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Jura (Gebirge) Artikel Creux du Van in dem Morgenlicht
Der Jura ist ein Gebirgszug aus Kalkgestein, der sich über 750 km durch Mitteleuropa von der Isère in Ostfrankreich zuerst nach Norden und dann nach Nordosten bis zu dem oberen Main erstreckt. Die Länder Frankreich, Schweiz und Deutschland haben Anteil am Juragebirge.
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Der Jura gliedert sich in folgende Teilgebiete:
- Französischer Jura
- Schweizer Jura
- Schwäbischer Jura
- Fränkischer Jura
Der französische und der Schweizer Jura bilden zusammen eine Einheit und laufen normalerweise unter dem Namen Jura oder Juragebirge in dem engeren Sinn. Sie sind durch den Rhein und die südöstlichen Ausläufer des Schwarzwaldes vom deutschen Teil des Juras getrennt. Dieser deutsche Jura ist in dem Gegensatz zu dem restlichen Jura nicht gefaltet, sondern aus flach lagernden Schichten aufgebaut und besteht aus Hochflächen, die nach Norden und Westen steil abfallen. Er wird aber ebenfalls Jura genannt, weil seine Gesteinsschichten in dem selben geologischen Zeitalter unter den gleichen Bedingungen abgelagert wurden wie diejenigen des Französisch-schweizerischen Juras. Weitere Informationen zu dem Schwäbischen Jura findet man unter Schwäbische Alb, zu dem Fränkischen Jura unter Fränkische Alb.
Der folgende Artikel beschäftigt sich ausschliesslich mit dem Jura in dem eigentlichen Sinne.
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Ursprünglich stammt das Wort Jura aus dem Keltischen. Die Kelten nannten das Gebirge Jor, die Gallier Juris, was soviel wie Wald oder Waldland bedeutet. Dies geschah in Anlehnung an die ausgedehnten Wälder an den Hängen des Juras.
Buch-Tipp: Eiszeitkunst im süddeutsch-schweizerischen Jura. Anfänge der Kunst Älteste Kunstwerke der Welt Bei Eiszeitkunst werden die meisten gleich an die wunderbaren Malereien in der Höhle von Lascaux denken. Aber wer weiß schon, dass die ältesten Kunstwerke der Welt in den Höhlen der Schwäbischen Alb gefunden wurden. Die Autoren stellen, in dem Begleitband zu einer Ausstellung, die verschiedenen Kulturstufen vor, deren... |
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Die Einteilung in den französischen und den Schweizer Jura basiert auf der Grenzziehung zwischen den beiden Ländern, sie beruht nicht auf unterschiedlichen Landschaftsformen. Grob kann man den Jura in dem Osten und Südosten durch das Schweizer Mittelland, in dem Norden durch den Hochrhein und die Oberrheinische Tiefebene, in dem Nordwesten durch die Burgundische Pforte , in dem Westen durch die Rhône-Saône-Senke, in dem Süden durch die Isère und die Chartreuse eingrenzen.
Der Jura ist ein geologisch junges Faltengebirge mit einer Längenausdehnung von etwa 300 km. Es beschreibt einen grossen halbmondförmigen, nach Südosten offenen Bogen (Arc Jurassien). Die südlichste Jurafalte ist die Chaîne du Ratz, die bei Voreppe in Frankreich an der Isère beginnt und sich nach Nordnordosten parallel zu dem voralpinen Gebirge der Chartreuse zieht. Sie ist zwar deutlich niedriger als die Berge der Chartreuse, aber ca. durch ein schmales Tal von diesen getrennt. Die zweite Jurafalte, die Montagne de l’Epine, beginnt beim Ort Les Echelles und zweigt bei Chambéry (Savoyen) von den Alpen in nördlicher Richtung ab. Je weiter man nun nach Norden kommt, desto mehr Ketten gesellen sich dazu und bilden ein ganzes Gebirgssystem. Westlich von Genf erreicht der Jura bereits eine Breite von 40 km. Hier vollzieht sich die allmähliche Richtungsänderung der Ketten nach Nordosten. Auf der Linie Besançon-Yverdon beträgt die grösste Breite des Gebirges rund 70 km. Bei Biel ändern die Ketten ihre Richtung stets mehr nach Osten, das Gebirgssystem wird rasch schmaler und die Zahl der nebeneinanderliegenden Ketten nimmt ab. Die östlichste Jurakette, die Lägernkette, verläuft schliesslich in exakter West-Ost-Richtung und endet bei Dielsdorf in dem Kanton Zürich, indem die gebirgsbildenden Schichten unter die Molasse des Schweizer Mittellandes abtauchen.
Betrachtet man einen Querschnitt durch das Gebirge, so erreicht der Jura seine grössten Höhen meist in der südöstlichsten, direkt an das Mittelland grenzenden Kette. Von da an stuft sich das Gebirge in Richtung Nordwesten allmählich ab. Vom Schweizer Mittelland aus gesehen, erscheint der Jura daher als hoher, kaum gegliederter Kamm. Höchster Punkt ist der Crêt de la Neige (1718 m ü. M.), dann folgen Le Reculet (1717 m ü. M.) und Colomby-de-Gex (1689 m ü. M.), alle in Frankreich in dem Gebiet nordwestlich von Genf gelegen. In dem schweizerischen Teil des Juras sind die Erhebungen Mont Tendre (1679 m. ü. M.), La Dôle (1677 m ü. M.), Chasseron (1607 m ü. M.) und Chasseral (1607 m ü. M.) erwähnenswert. Zahlreiche weitere Kämme weisen Höhen zwischen 1 Tausend und 1500 m auf. Ca. der östlichste Teil des Juras ist niedriger als 1 Tausend m.
In der Schweiz macht der Jura etwa 10 Prozent (4200 km²) der Landesfläche aus. Anteil am Gebirgssystem haben die Kantone Waadt, Neuenburg, Jura, Bern, Solothurn, Basel-Landschaft, Aargau und Zürich. Ferner hat der Kanton Schaffhausen mit dem Randen Anteil am System des Schwäbischen Juras.
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Buch-Tipp: Französischer Jura. Mit Abstecher in den Schweizer Jura. Das Buch " Französischer Jura. Mit Abstecher in den Schweizer Jura. " ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. |
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Das Juragebirge ist namengebend für das geologische Zeitalter Jura, das in der Epoche vor etwa 210 bis 140 Millionen Jahren stattfand. Bereits in dem vorangehenden Zeitalter der Trias und dann während der ganzen Jurazeit befand sich südlich des kristallinen Sockels der Vogesen und des Schwarzwaldes, beides wesentlich ältere Gebirge als der Jura und die Alpen, ein tropisches Flachmeer, bekannt unter den Namen Tethys oder Urmittelmeer. In den seichten, von Zeit zu Zeit trockenfallenden Buchten am Nordrand des Meeres verdunstete viel Wasser und schuf bedeutende Steinsalzlager (heute genutzt bei Schweizerhalle und Rheinfelden) und Gipslager (im Aargauer Jura).
In dem bis 200 m tiefen Flachmeer wurden in dem Lauf der Zeit mächtige Sedimentschichten abgelagert. Zwei Drittel davon waren Kalkstein, der Rest bestand aus zahlreichen darin eingelagerten Mergel- und Tonschichten. Es gibt in der Jurazeit drei Formationen, deren harte Gesteinsschichten landschaftsbildend sind:
- Lias: unterste, älteste Schicht, vor 210 bis 184 Millionen Jahren abgelagert, wegen der darin enthaltenen dunklen Tonmineralen auch schwarzer Jura genannt
- Dogger: mittlere Schicht, vor 184 bis 160 Millionen Jahren abgelagert, auch brauner Jura genannt wegen dem teilweise darin vorkommenden Brauneisen.
- Malm: oberste, jüngste Schicht, vor 160 bis 140 Millionen Jahren abgelagert, aufgrund der hellen Kalksteine auch weisser Jura genannt.
Am Ende der Jurazeit zog sich das Meer allmählich nach Südwesten zurück. Relativ kleinmächtige marine Ablagerungen aus der nachfolgenden Kreidezeit gibt es darum ca. in dem Jura westlich von Biel.
Jede dieser Gesteinsschichten enthält zahlreiche Fossilien, manche sind ca. für eine bestimmte Schicht charakteristisch, sogenannte Leitfossilien. In dem Jura wurden auch viele Reste von Dinosaurierskeletten gefunden. An einigen Orten kamen sogar versteinerte Fussabdrücke von Dinosauriern zu dem Vorschein.
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Die Jurafaltung hängt eng mit der letzten Phase der Alpenbildung zusammen. Da auch die jüngsten vorhandenen Sedimente des Miozäns verfaltet sind, muss die Faltung in dem späten Miozän und in dem Pliozän stattgefunden haben, das heisst in der Zeit vor etwa 10 bis 2 Millionen Jahren. Durch den kräftigen Schub, der mit der Alpenbildung einherging, wurden auch die nordwestlich der mit Molasseablagerungen aufgefüllten Geosynklinale des Mittellandes wieder an die Oberfläche vordringenden älteren Gesteinsschichten der Jurazeit aufgeworfen und verfaltet. Das kristalline Grundgebirge erfuhr keine Faltung. Die Abscherungsfläche, also die Gleitschicht zwischen den unverfalteten und den verfalteten Gesteinsschichten, bildeten die Steinsalz- und Anhydritschichten aus der Triaszeit. Der Gesamtbetrag des Zusammenschubs variiert zwischen 2 und 20 km.
Buch-Tipp: Jura. Genusstouren zwischen Genf und Basel (Wandern kompakt) Jura - ein Gebirge zwischen zwei Ländern Ein netter und vorallem handlicher Reise- bzw Wanderführer fürs Jura. Mit gutem Überblick über die einzelnen Touren. Familientauglich, gibt Auskunft über den Schwierigkeitsgrad bzw zeigt gleich an, ob es sich um eine kindertaugliche Tour handelt. Ebenso für uns wichtig, es werden unterwegs die Einkehr-... |
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Teil des Faltenjuras in dem Kanton Solothurn
Aufgrund der Art und Stärke der Verfaltung unterscheidet man zwei verschiedene Landschaftsformen. Der Hauptteil des Gebirges wird vom Faltenjura eingenommen. Dieser untergliedert sich noch weiter in den Kettenjura und den Plateaujura (Jura der Freiberge). Der Kettenjura besteht aus langgestreckten stark gefalteten Höhenzügen mit Erhebungen bis über 1600 m ü. M., vorwiegend in dem Südostteil des Gebirges. Daran schliessen sich in dem Nordwesten (zum grössten Teil auf französischem Boden) die wasserarmen Hochflächen des Plateaujuras an. Ca. in dem Norden des Gebirgssystems findet man die zweite Landschaftsform, den ungefalteten Tafeljura.
Charakteristisch für den Jura und einzigartig in Europa ist die vor allem in dem südwestlichen Jura nahezu ungestörte Abfolge von Faltenscheiteln (Antiklinalen), welche die Hügelzüge bilden, und Faltenmulden (Synklinalen), welche meist als langgezogene Täler ausgebildet sind. Die oberste Gesteinsschicht der Antiklinalen besteht vorwiegend aus hartem Kalkstein, während sich in den Tälern fluviatile Sedimente aus Erosionsmaterial ansammeln. Wird die harte Deckschicht einer Antiklinalen durch Erosion aufgebrochen, können auch Antiklinaltäler, sogenannte Combes entstehen, die häufig beidseitig von steilen Felswänden der übriggebliebenen Kalkdecken begleitet werden. Gleichermassen kann die Deckschicht an der Seite einer Antiklinalen wegerodiert werden. Sobald die harte Kalkschicht durchbrochen ist, schreitet die Erosion in dem darunterliegenden weichen Ton und Mergel deutlich schneller voran. Dadurch bilden sich imposante Ausräumungskessel; bekannte Beispiele dafür sind der Creux du Van in dem Neuenburger Jura und der Cirque de Baume in dem französischen Jura. An Orten, wo zwei Ketten stark auseinanderweichen, befinden sich grössere Becken, beispielsweise das Val-de-Ruz , das Delsberger Becken und das Laufener Becken.
Buch-Tipp: Jurawandern. Vom Wasserschloss bei Brugg zur Rhoneklus bei Genf (Naturpunkt) Einsame Jurawanderungen Ein wunderbares Buch, das dem Jura entlang führt. Auch geeignet, einzelne Abschnitte, resp. Tagesetappen zu begehen. Bietet vielschichtige Informationen über die faszinierende Jura-Landschaften. Aber eigentlich sollte ich diese Informationen nicht rausgeben, weil es in dem Jura noch so schön einsam ist. . . |
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Der Jura hat ein wesentlich weniger dichtes und weniger verzweigtes Gewässernetz als andere Mittelgebirge. Dies ist dadurch zu erklären, dass das Regenwasser nicht überall oberirdisch abfliesst, sondern direkt in dem porösen Kalkuntergrund versickert. Es gibt in dem Jura viele Trockentäler, die in früheren, niederschlagsreichen Klimaperioden geformt wurden, heute jedoch nie oder ca. nach sehr starken Niederschlagsereignissen Wasser führen.
Das Flusssystem des Juragebirges ist antezedent. Das bedeutet, dass die grösseren Fliessgewässer bereits vor der Auffaltung des Gebirges bestanden haben. Als nun die Faltung einsetzte, behielten die Flüsse ihre Laufrichtung bei und erodierten mit ihrer Wasserkraft die Gesteinsschichten exakt so schnell, wie deren Auffaltung voranschritt. Darum bildeten sich in dem Jura zahlreiche enge, tiefe Schluchten (frz. Cluses, dt. Klusen), welche die gefalteten Gebirgskämme durchbrechen, eine weitere charakteristische Landschaftsform des Gebirges. An den Felswänden dieser Klusen sind meist sämtliche Gesteinsschichten einer Falte aufgeschlossen. Bekannte Klusen sind diejenigen der Birs südlich und nördlich von Moutier , die Gorges du Pichoux der Sorne , die Klus von Balsthal, die Klusen der Schüss nördlich von Biel (u.a. Taubenlochschlucht) sowie der Défilé de l’Ecluse der Rhône südwestlich von Genf.
Längstes Fliessgewässer in dem Jura ist der Doubs, der sich canyonartig in den Plateaujura eingegraben hat. Weitere wichtige Flüsse sind der Ain , die Loue , die Orbe, die Schüss und die Birs. Natürliche Seen liegen fast ausschliesslich in Hochtälern in dem südwestlichen Teil des Juras, darunter der Lac de Joux zusammen mit dem Lac Brenet, der Lac des Taillères, der Lac de Saint-Point und der Lac de Chalain . Mehrere Speicherseen befinden sich an den Flussläufen von Doubs und Ain.
Sowohl in Flüssen als auch in Seen versickert mancherorts Wasser in dem Kalkuntergrund und tritt erst kilometerweit entfernt an einem tieferen Ort in Quellen mit starker Schüttung wieder ans Tageslicht. Diese Quellen befinden sich meist am Fuss einer hohen, senkrechten Felswand (Vauclusetyp), beispielsweise Source de la Loue und Source du Lison südlich von Besançon, aber auch Source de l’Orbe und Source de l’Areuse.
Buch-Tipp: Michelin Burgund / Jura (Michelin-Grüne Reiseführer) Die Beschreibung für das Buch " Michelin Burgund / Jura (Michelin-Grüne Reiseführer)" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
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Das Klima auf den Jurahöhen ist mitunter rau, feucht und kalt. Die Hauptniederschlagsmenge fällt in den Sommermonaten in Form von Gewittern, regional jedoch sehr unterschiedlich verteilt. Aber auch in dem Winter gibt es des öfteren länger anhaltende Niederschlagsereignisse. Die vollkommen abgeschlossenen Hochtäler auf über 1 Tausend m ü. M. in den Kantonen Neuenburg und Waadt sind bekannt für sehr kalte Temperaturen in dem Winter, weil sich hier in Strahlungsnächten die Kaltluft ansammeln kann. So wurde an der offiziellen Messstation La Brévine am 12. Januar 1987 mit −41.8°C die tiefste je gemessene Temperatur in der Schweiz registriert.
Der Jura besitzt grosse Waldflächen. Typische Baumarten und am weitesten verbreitet sind Nadelhölzer wie Fichten, Kiefern und Tannen; es gibt aber auch ausgedehnte Buchen- und Eichenwälder. Diese Waldlandschaft ist durchsetzt mit offenen Weiden, auf denen weit verstreut riesige einzelne Fichten stehen. Die Baumgrenze liegt klimatisch bedingt auf etwa 1400 bis 1500 m ü. M., in dem französischen Jura auf 1600 m ü. M. Darüber befinden sich ausgedehnte, relativ karge Bergweiden. In dem äussersten Südwesten des Juras und in dem Bereich des Flusses Ain bemerkt man bereits den Einfluss des mediterranen Klimas auf die Vegetation.
In den Becken und Tälern wird Ackerbau und intensive Weidewirtschaft betrieben. Die stark geneigten Hänge des Jurasüdfusses eignen sich zusammen mit der ausgleichenden Wirkung der Jurarandseen auf das Lokalklima hervorragend für Weinbau.
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Dicht besiedelt ist der Jura vor allem an seinen Rändern. Am Jurasüdfuss liegen zahlreiche Städte: Genf, Yverdon-les-Bains, Neuenburg, Biel, Solothurn, Olten und Aarau. Am Juranordfuss befinden sich Basel, Montbéliard sowie Besançon und am Westrand des Gebirges Lons-le-Saunier und Bourg-en-Bresse.
Innerhalb des Juras weisen ca. die tieferen Täler eine verhältnismässig hohe Bevölkerungsdichte auf, die Hochtäler und Hochebenen in dem französischen Jura sind nicht zuletzt wegen des rauen Klimas und der Abgeschiedenheit äusserst klein besiedelt. Eine Ausnahme bilden dabei La Chaux-de-Fonds, die grösste Stadt in dem Jura, und Le Locle in einem Hochtal des Neuenburger Juras. Weitere Städte in dem Jura mit mehr als 10 Tausend Einwohnern sind Liestal, Delémont, Pontarlier, Champagnole , Saint-Claude und Oyonnax .
Der grösste Teil der Bewohner des Juras ist französischsprachig. Ca. in dem östlichen Teil wird deutsch gesprochen; die Sprachgrenze liegt etwa auf einer Linie Biel-Moutier-Delémont-Glaserberg, wobei die Gemeinden in dem Becken von Moutier und Delémont noch durchgehend französischsprachig sind. Diese Sprachgrenze hat sich trotz der Mobilität der Bevölkerung während der letzten paar hundert Jahre nicht verschoben.
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Typische Bauernhäuser des Juras in den Franches-Montagnes
Ursprünglich dominierte in dem Jura die Landwirtschaft. Daneben gab es Handwerk, Handel, Gastgewerbe und zu einem kleineren Anteil auch Fischerei. Erstmals in die bestehenden Wirtschaftsstrukturen eingegriffen wurde in dem 18. Jahrhundert durch das Aufkommen der Spitzenklöppelei. Dadurch erhielten viele Bauern und deren Angehörige einen willkommenen Verdienst durch Heimarbeit. Später in dem 18. Jh. setzte in den Tälern die Industrialisierung ein, vorerst mit der Textil-, danach mit der Uhrenindustrie . In dem 19. Jahrhundert erlebte die Uhrenindustrie einen starken Aufschwung. Sie war hauptsächlich in dem Neuenburger und in dem Berner Jura angesiedelt. Die Zentren der Uhrmacherei (La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Saint-Imier, Sainte-Croix) hatten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Blütezeit. Beim massiven Einbruch der Uhrenindustrie in den Jahren von 1975 bis 1985 ging in diesem Sektor die Zahl der Beschäftigten um etwa die Hälfte zurück. Die Folge davon war ein starker Bevölkerungsverlust, einige Orte hatten einen Rückgang der Einwohnerzahl um 30 Prozent zu verzeichnen.
Anstelle der Uhrenindustrie haben sich in neuerer Zeit die Metall- und Maschinenindustrie etabliert. Grosse Bedeutung haben auch Betriebe, die auf dem Gebiet der Mechanik, Mikrotechnik und Elektronik spezialisiert sind. Beschäftigte in dem ersten Sektor betreiben vor allem Milchwirtschaft und Viehzucht oder sind in der Forstwirtschaft tätig. Die Abwanderung aus den ländlichen, abgelegenen Gebieten stellt aber heute noch ein Problem in weiten Teilen des Juras dar.
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Grössere Verkehrsachsen verlaufen in dem Jura hauptsächlich durch die Längstäler und die Klusen. Das Gebirge wird von vier Autobahnen durchquert, wobei jeweils viele Kunstbauten (Tunnels und Brücken) erstellt werden mussten. In der Schweiz verbindet die Autobahn A3 (Schweiz) Basel mit Zürich durch den Bözbergtunnel, die A2 (Schweiz) verläuft von Basel durch den Belchentunnel in Richtung Bern/Luzern. In Frankreich stellt die A40 die Verbindung zwischen Lyon und Genf, die A41 diejenige zwischen Lyon und Chambéry her. Durch den Berner Jura und den Kanton Jura wird zwischen Biel und Boncourt die Transjurane (A16) gebaut, die aber ca. teilweise Autobahnstandard erhält. Zwischen diesen Hauptachsen verlaufen weitere Strassen von überregionaler Bedeutung, welche den Jura mit einem Passübergang überqueren (Col de la Faucille, Col de la Givrine, Col de Jougne, Vue des Alpes [auch mit Strassentunnel], Unterer Hauenstein).
Das Eisenbahnnetz ist in dem Schweizer Jura infolge der Industrialisierung in den Tälern relativ dicht. Bedeutende juraquerende Bahnlinien gehen von Basel aus in Richtung Zürich (Bözberglinie ), Olten (Hauensteinlinie) und Biel (Jurabahn), von Neuenburg via Pontarlier und Frasne nach Dijon, von Lausanne via Vallorbe nach Frasne sowie von Genf nach Lyon.
An den bereits in dem Mittelalter wichtigen Strassen durch den Jura wurden an strategisch interessanten Orten (meistens in dem Bereich der Klusen) mächtige Burgen zur Kontrolle des Passüberganges oder des Klusdurchgangs errichtet. Besonders viele Burgruinen findet man in dem Birstal sowie am Oberen und Unteren Hauenstein (Pass) . In dem 17. und 18. Jahrhundert erlangte das Château de Joux südlich von Pontarlier grosse strategische Bedeutung.
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Der Jura eignet sich als Feriengebiet für Freunde des Wanderns und Skiwanderns wie auch für Kletterer. Von der höchsten Jurakette bietet sich an Tagen mit schönem und klarem Wetter ein traumhaftes Panorama über das je nach Lage 30 bis 70 km breite Mittelland auf die gesamte Alpenkette. Für den Landschaftsfreund gibt es zahlreiche bekannte und weniger bekannte Natursehenswürdigkeiten wie Höhlen, Quellen, Kessel und Schluchten (Grottes de l’Orbe, Grottes de Réclère, Source de la Loue, Source Bleue, Creux du Van, Cirque de Baume etc.). Besonders malerisch ist der in dem Kanton Jura gelegene Teil des Juras, welcher Freiberge (frz.: Franches Montagnes) genannt wird. Dieser Teil des Juras wird durch weite Weiden und grosse, freistehende Fichten geprägt.
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